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Zahlungsbilanzungleichgewicht

Sonntag, 14. März 2010

Wenn in der Wirtschaftspolitik von einer unausgeglichenen Zahlungsbilanz bzw. von einem Zahlungsbilanzungleichgewicht gesprochen wird, ist stets die Leistungsbilanz einschließlich der Vermögensbilanz gemeint.

Man spricht von einem Zahlungsbilanzüberschuss, wenn die Leistungsbilanz einschließlich der Vermögensbilanz positiv ist.

Ein Zahlungsbilanzdefizit ist gegeben, wenn die Leistungsbilanz einschließlich der Vermögensbilanz negativ ist.

Zahlungsbilanzungleichgewichte

Zahlungsbilanzdefizite Zahlungsbilanzüberschüsse
1. Die Warenimporte sind wertmäßig größer

als die Warenexporte (passive Handels-

bilanz)

2. Die Importe von Dienstleistungen sind

wertmäßig größer als die Exporte von

Dienstleistungen (passive Dienstleistungs-

Bilanz)

3. Die unentgeltlichen Leistungen an das

Ausland sind größer als die unentgelt-

lichen Leistungen des Auslands

(passive Übertragungsbilanz)

4. Die Ausgaben für Erwerbs- und Ver-

mögenseinkommen sind größer als die

Einnahmen

1. Die Warenexporte sind wertmäßig größer

als die Warenimporte (aktive Handels-

bilanz)

2. Die Exporte von Dienstleistungen sind

wertmäßig größer als die Importe von

Dienstleistungen (aktive Dienstleistungs-

Bilanz)

3. Die unentgeltlichen Leistungen des

Auslands sind größer als die unentgelt-

lichen Leistungen an das Ausland

(aktive Übertragungsbilanz)

4. Die Einnahmen aus Erwerbs- und Ver-

mögenseinkommen sind größer als die

Ausgaben an das Ausland

Ursachen der Zahlungsbilanzungleichgewichte

Zahlungsbilanzdefizite Zahlungsbilanzüberschüsse
1. Die Exporte sind wertmäßig geringer

als die Importe:

hInländische Waren und Dienstleistungen

sind teurer als im Ausland

hInländische Produkte sind im Ausland

nicht gefragt, weil sie nicht dem

technisch möglichen Know-how

entsprechen

hStrukturelle Veränderungen (Bedürfnis-

verschiebungen, Missernten)

hWechselkurs ist zu niedrig bewertet

hDas Inland befindet sich im Konjunktur-

aufschwung; steigende Einkommen der

Inländer

2. Hohe unentgeltliche Leistungen an das

Ausland:

hBeschäftigung ausländischer Gastar-

beiter, die Überweisungen an Familien-

mitglieder im Ausland tätigen

hPolitische Gründe (Stationierungs-

kosten, Zahlungen an internationale

Organisationen (EU, UNO, NATO)

3. Höhere Ausgaben für Erwerbs- und

mögenseinkommen:

hhohes Zinsniveau im Inland

hattraktive Standortfaktoren für In-

vestitionen im Inland

1. Die Exporte sind wertmäßig größer

als die Importe:

hInländische Waren und Dienstleistungen

sind billiger als im Ausland

hInländische Produkte sind im Ausland

besonders gefragt, weil sie mit einem

besonderen technischen Know-how

ausgestattet sind, weil inländische

Lieferanten als besonders zuverlässig

gelten, weil der Service besonders gut ist

hWechselkurs ist zu hoch bewertet

hDas Ausland befindet sich im Konjunktur-

aufschwung; steigende Einkommen der

Ausländer

2. Hohe unentgeltliche Leistungen des

Auslands:

hInländer arbeiten im Ausland

hPolitische Gründe (Empfänger von

Reparationen,  Zahlungen von

internationalen Organisationen (EU)

3. Höhere Einnahmen aus Erwerbs- und

Vermögenseinkommen:

hhohes Zinsniveau im Ausland

hattraktive Standortfaktoren für In-

vestitionen im Ausland

Wirkungen der Zahlungsbilanzungleichgewichte

Zahlungsbilanzdefizite Zahlungsbilanzüberschüsse
1. Leistungsbilanzdefizite bedingen Devisen-

abflüsse. Sofern ein Defizit der Leistungs-

bilanz nicht durch entsprechende Kapital-

importe ausgeglichen wird, verringern sich

die Gold- und Devisenbestände der

Zentralbank. Devisenabflüsse bedeuten

eine Verringerung der inländischen Geld-

menge. Grund: die Zentralbank verringert

durch die Abgabe von Devisen die um-

laufende Geldmenge.

2. Das Zinsniveau steigt

3. Beschäftigungsrückgang

4. Rückgang der Preissteigerungsraten

(deflationäre Tendenzen; jedoch nur auf

Märkten, die annähernd durch die Be-

dingungen vollständiger Konkurrenz

gekennzeichnet sind)

5. Wechselkurse sinken (Außenwert des

Geldes nimmt ab); d. h. Abwertung des

Euro.

1. Leistungsbilanzüberschüsse bedingen

Devisenzuflüsse. Wird ein Überschuss der

Leistungsbilanz nicht durch an das Ausland

gewährte Kredite (Kapitalexport) in gleicher

Höhe kompensiert, so muss sich die Aus-

Landsposition der Zentralbank entsprechend

erhöhen. Nettodevisenzuflüsse haben dann

eine Erhöhung der inländischen Geldmenge

zur Folge, weil die Bundesbank durch den

Ankauf von Devisen die inländische Geld-

menge zur Folge.

2. Fallendes Zinsniveau

3. Zunehmende Beschäftigung

4. Preissteigerungen, sofern die volkswirt-

schaftlichen Produktionskapazitäten an-

nähernd voll ausgelastet sind.

5. Wechselkurse steigen (Außenwert des

Geldes nimmt zu); d. h. Aufwertung des

Euro

Einfacher Wirtschaftskreislauf

Mittwoch, 10. März 2010

Arbeitskraft (Güterstrom)

Arbeitsentgelt (Geldkreislauf)

Haushalte                                                                                         Unternehmen

Bezahlung der Güter (Geldkreislauf) è

Zur Verfügungstellung der Güter (Güterstrom/-kreislauf)

Erweiterter Güterkreislauf:

Beziehungen zwischen… Geldkreislauf Güterkreislauf
… Haushalt und Staat
  • Familie Müller erhält Kindergeld
  • Der Azubi Till zahlt von seinem Weihnachtsgeld die KFZ-Steuer
  • Hans arbeitet als Polizist in Osnabrück
  • Die Stadt Osnabrück baut eine Spielstraße
… Haushalt und Kreditinstitut
  • Daniel erhält eine Zinsgutschrift für sein Sparguthaben
  • Mirko zahlt Kontoführungsgebühr
  • Vermietung eines Geschäftshauses von Immobilienbesitzer Becker an die Sparkasse Osnabrück
  • Die Volksbank Oldenburg verkauft einem Münzsammler eine Goldmünze
… Haushalt und Ausland
  • Gehaltsüberweisung für Egon aus Luxemburg auf das Bankkonto in Osnabrück
  • Überweisung des Rechnungsbetrages für einen in Italien gekauften Kleinwagen
  • Anlage des Vermögens in den USA
  • Versendung einer Weinkiste aus Frankreich nach Deutschland
… Unternehmen und Staat
  • Überweisung der Körperschaftssteuer
  • Der Staat tätigt Subventionszahlungen für die deutschen Bauern
  • Bau einer Schule durch die Firma Hochbau GmbH
  • Städtische Müllentsorgung (Müll der Firma Ballast OHG wird abtransportiert)
… Unternehmen und Kreditinstitute
  • Die Firma System&Konzept GmbH erhält eine Gutschrift für gelieferte Software
  • Eine Bank belastet die Firma System&Konzept GmbH mit Verzugszinsen
  • Belieferung der Sparkasse mit Büromaterial
  • Verkauf der alten Bankeinrichtung (z.B. Schreibtische) durch die Bank
… Unternehmen und Ausland
  • Die Maschinenbau AG erhält Zinsen für Ihre Aktienpakete von ausländischen Aktien
  • Die Möbel Import GmbH überweist eine Rechnung an ihren norwegischen Zulieferer
  • Die Wassertechnik OHG entsendet einen Ingenieur in den Sudan
  • Ein deutsches Maschinenbauunternehmen mietet ein Betriebsgebäude  in Portugal

Zoll

Dienstag, 09. März 2010

Als Zoll bezeichnet man eine Abgabe, die beim körperlichen Verbringen einer Ware über eine Zollgrenze entsteht.

Zölle sind Steuern im Sinne der Abgabenordnung. Nicht zu verwechseln ist der Zoll mit der Einfuhrumsatzsteuer (die der Umsatzsteuer entspricht, die auch im Inland zu jedem Nettopreis hinzugerechnet wird). Der Zoll ist ein Instrument der Außenhandelspolitik. (weiterlesen…)

Exportquote / Exportüberschuss

Freitag, 26. Februar 2010

Unter der Exportquote versteht man das Verhältnis der Exporte einer Volkswirtschaft zu ihrem Bruttoinlandsprodukt. Sie gibt somit Aufschluss über den Umfang des Handels, den die Volkswirtschaft treibt. Ein vergleichbarer Begriff ist die Importquote. Die Exportquote wird, im Gegensatz zur Importquote, herangezogen um den Grad der Offenheit einer Volkswirtschaft zu beurteilen. Somit kann festgestellt werden, welchen Anteil seiner Güter und Dienstleistungen ein Land selbst verbraucht und welchen Anteil es exportiert. Die Exportquote betrug in Deutschland im Jahr 2004 40,2%.

Bruttoinlandsprodukt

Freitag, 26. Februar 2010

Das Bruttoinlandsprodukt (Abkürzung: BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Bei der Berechnung werden Güter, die nicht direkt weiterverwendet, sondern auf Lager gestellt werden, als Vorratsveränderung berücksichtigt.

Unterschieder der Gesellschaften

Donnerstag, 25. Februar 2010
  1. OHG:
    Teilhaber haften mit Ihrem gesamten Vermögen; Gewinn/Verlust nach Köpfen
    KG:
    Komplementär (Vollhafter) wie OHG
    Kommanditist (Teilhafter) keine Haftung des persönlichen Vermögens
  2. KG:
    Für die Verbindlichkeiten des Unternehmens haften die Gesellschafter in   unterschiedlicher Weise:
    - Mind. 1 Vollhafter (Komplementär),der sowohl mit Privat- und Geschäftsvermögen haftet
    - Zur Geschäftsführung berechtigt und verpflichtet
    - Mind. 1 Teilhafter (Kommanditist), der nur mit seiner Geschäftseinlage
    - Kontrollrecht  und Mitentscheidung bei außergewöhnlichen Geschäften
    - Gewinnverteilung: Jeder Teilhaber erhält auf sein Erträge eine Verzinsung von 4%, der „Rest“ wird in angemessenen Verhältnis verteilt (so dass üblicherweise Vollhafter eine höhere Gewinnausschüttung erhalten, als Teilhafter)
  3. OHG:
    Personengesellschaft mit mindestens zwei Teilhabern (weiterlesen…)